HDR Fotos erstellen

Das menschliche Auge ist den heutigen Kamerasensoren immer noch weit voraus – unsere Augen können ein viel breiteres Farb- und Lichtspektrum erfassen. Doch für dieses Problem gibt es eine Lösung: HDR. 

In Zoner Photo Studio gibt es zwei Optionen HDR-Fotos zu erstellen: 

  • HDR aus Belichtungsreihen (2-3 Fotos mit unterschiedlichen Belichtungen nötig)
  • HDR über Tone Mapping (Ein bis unbegrenzt viele Fotos können verwendet werden)

1. Was ist HDR?

HDR (High Dynamic Rang) eignet sich für Aufnahmen mit einem hohen Dynamikumfang, d. h. es besteht ein deutlicher Helligkeitsunterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Bildbereich. Man nutzt HDR vor allem zur Optimierung der Belichtung und dem Hervorheben von Bilddetails. Beispielsweise ein Strand an einem sonnigen Tag, der von einer schattigen Strandbar aus fotografiert wurde. Normalerweise werden Sie Schwierigkeiten haben, sowohl die Details im sonnigen Strandbereich, als auch die schattigen Bereiche an der Bar zufriedenstellend abzulichten. Sie können nur zwischen einem Foto mit einer gut belichteten Barausstattung und einem weißen Fleck (dem Strand) in der Mitte wählen oder einem detailreichen Strand mit einer komplett “schwarzen” Bar.

Das Ergebnis der HDR-Technik ist ein höher Dynamikumfang (Kontrastumfang) und somit mehr Details und Helligkeitsabstufungen.  

2. Quellbilder erstellen

Um mehrere Bilder mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufzunehmen, benötigen Sie ein Stativ. Obwohl Zoner Ihnen eine automatische perspektivische Korrektur anbietet, kann eine kleine Ungenauigkeit in der Perspektive den kompletten HDR Prozess ruinieren, ohne dass Sie das angestrebte Ergebnis erzielen.

Aktivieren Sie die Belichtungsreihenfunktion Ihrer Kamera, so dass Ihre Kamera automatisch eine Reihe von Bildern mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufnimmt. Vergessen Sie nicht, das Ergebnis auf dem Display zu kontrollieren, bevor Sie die Szene verlassen – trotz Stativ und Belichtungsreihe können die Bilder durch die Bewegung von Menschen oder Wolken "Geister" hinterlassen, die das Shooting ruinieren.

3. HDR aus Belichtungsreihe

Um die aufgenommenen Quellbilder zusammenzufügen, gehen Sie in Zoner Photo Studio 17 bzw. 18 im Modul Manager auf Erstellen und wählen den Menüpunkt "HDR aus Belichtungsreihe" aus.


Bild 1: HDR aus Belichtungsreihe erstellen

Wählen Sie anschließend die Quellbilder aus. Das Programm analysiert nun jedes Foto, findet die Bildbereiche mit der ausgewogensten Belichtung und erstellt aus diesen Teilen ein neues Bild. Das bedeutet, dass Sie für diese Funktion mindestens zwei, besser drei Quellbilder benötigen: Eines mit der "korrekten" Belichtung, eines mit leichter Überbelichtung und ein drittes mit leichter Unterbelichtung. Falls die Fotos keine eindeutigen oder fehlende EXIF Daten haben, dann können Sie die Zuordnung auch per Hand vornehmen.


Bild 2: Bild mit "korrekter" Belichtung


Bild 3: Bild mit Überbelichtung


Bild 4: Bild mit Unterbelichtung


Bild 5: Bildreihenfolge

Als nächstes können die Bilder bei Bedarf noch ausgerichtet werden.

Kommen wir nun zu den HDR Einstellungen im folgenden Fenster:

Verwenden Sie die ersten drei Regler (jeweils für Lichter und Schatten), um die Atmosphäre Ihres HDR Fotos zu bestimmen und den letzten für die Intensität, die Stärke. Gute Werte für den Anfang sind jeweils: 100, 50, 50 und ein beliebiger Wert für die Intesität. Diese Werte verstärken sowohl die hellen, als auch die schattigen Bereiche Ihres Fotos. Spielen Sie ruhig etwas mit den Reglern, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie sie arbeiten. Seien Sie dabei aber vorsichtig und machen Sie nicht den typischen Anfängerfehler: Zu starke Effekte führen dazu, dass das Ergebnis am Ende eher in ein Malbuch, als zu einem Fotoalbum passt.


Bild 6: HDR Bild erstellen


Bild 7: Fertiges HDR Bild

In der HDR Fotografie gibt es nur einen schmalen Grat zwischen unglaublich guten kreativen Effekten und nicht mehr glaubhaften Resultaten. Drehen Sie einfach einmal den Regler für Intensität auf 100 und Sie wissen sofort, was gemeint ist …

Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, können Sie das Bild für weitere Bearbeitungen im Editor öffnen oder es sofort speichern.

4. HDR über Tone Mapping

Eine andere Methode für Bilder mit einem hohen Dynamikumfang ist Tone Mapping. Diese Funktion finden Sie ebenfalls unter Erstellen > HDR über Tone Mapping. Anders als bei einer Belichtungsreihe erlaubt Ihnen diese Funktion die Einbindung einer unbegrenzten Anzahl von Quellbildern. Einzige Voraussetzung: Die Bilder müssen über EXIF Belichtungsdaten verfügen.


Bild 8: HDR Bild erstellen über Tone Mapping

Bei dieser Technik haben Sie eine weitaus größere Anzahl von Einstellungen zur Auswahl und außerdem zwei Grundmethoden: Helligkeit und Kontrast. Einfach gesagt bestimmen die ersten drei Einstellungen die Stärke des Effekts, während der Rest den Farbton des Bildes festlegt. Jedes Bild erfordert eine andere Einstellung und auch hier sollten Sie zunächst unterschiedliche Werte ausprobieren, bevor Sie sich endgültig festlegen.

Bitte beachten Sie auch hier, nicht zu sehr mit den Effekten zu übertreiben. Bei Tone Mapping ist die Gefahr nämlich noch größer, die unsichtbare Linie zwischen glaubwürdig und farblich übertrieben zu überschreiten.